Von Account Engagement zu Marketing Cloud Next
Marketing Cloud Next ist die neue Marketing-Generation von Salesforce. Für Unternehmen mit Account Engagement, früher Pardot, stellt sich damit eine Frage: wechseln, parallel testen oder bleiben? Die kurze Antwort lautet: Ein Umzug ist derzeit nicht nötig. Sinnvoll ist ein erster, klar abgegrenzter Anwendungsfall – wenn die Voraussetzungen stimmen.
Was Marketing Cloud Next ist
Marketing Cloud Next läuft direkt auf der Salesforce-Plattform. Als Datenbasis dient Data 360, früher Data Cloud. Zielgruppen entstehen dort als Segmente, Abläufe werden mit Salesforce Flow orchestriert, und Agentforce-Funktionen unterstützen bei Inhalten und Kampagnen. Marketing- und CRM-Daten liegen damit am selben Ort, statt zwischen zwei Systemen synchronisiert zu werden.
Ein Unterschied wird oft übersehen: Next arbeitet verbrauchsabhängig. Neben den Lizenzen fallen Credits an, etwa für Nachrichten, Datenverarbeitung in Data 360 und gegebenenfalls KI-Funktionen. Wie viel davon ein Anwendungsfall braucht, sollte vor dem Start bekannt sein.
Was sich für Account-Engagement-Kunden ändert – und was nicht
Account-Engagement-Kunden erhalten die Funktionen von Next über Account Engagement+. Sie kommen neben die bestehende Umgebung, laufende Programme müssen nicht umziehen. Nach heutigem Stand nennt Salesforce kein Ende von Account Engagement. Wer langfristig plant, sollte das trotzdem regelmäßig beim eigenen Salesforce-Ansprechpartner bestätigen lassen.
Gleich ist zwischen beiden Welten allerdings wenig. Einwilligungen, Inhalte und die Logik von Automationen funktionieren in Next anders als in Account Engagement. Einwilligungen teilen beide Systeme standardmäßig nicht: Sie lassen sich über den Account Engagement Optimizer laufend abgleichen oder per Export und Import übernehmen. Wer beides parallel nutzt, muss bewusst festlegen, welches System für welche Kontakte und Aufgaben zuständig ist – sonst laufen Status und Reports auseinander.
„Die sinnvolle Frage ist nicht, wann umgezogen wird. Sondern welche Aufgabe sich schon heute in Next lohnt – und was vorerst in Account Engagement bleibt.“
Voraussetzungen, die oft unterschätzt werden
- →Plattform und Lizenzweg: Salesforce Foundations, Data 360 und die benötigten Next-Funktionen müssen bereitgestellt sein, mit ausreichenden Rechten und Credits.
- →Datenbasis: Ein Segment bestimmt, wer in einen Ablauf eintritt. Für Personalisierung braucht es einen passenden Data Graph. Beides steht nur so gut da wie die Salesforce-Daten dahinter.
- →Versand: eine authentifizierte Versanddomain, eine freigegebene Absenderadresse, eine Postanschrift in der E-Mail und eine eingerichtete Logik für Einwilligungen und Abmeldungen.
- →Menschen: eine fachlich verantwortliche Person, ein Salesforce-Admin, jemand für DNS und jemand, der Inhalte liefert und freigibt.
Woran man einen guten ersten Anwendungsfall erkennt
Ein guter Einstieg ist klein, aber echt. Er hat eine klar beschriebene Zielgruppe aus vorhandenen Salesforce-Daten, ein eindeutiges Startsignal und ein Ergebnis, das sich messen lässt. Typisch sind zwei E-Mails in einer festen Reihenfolge: etwa eine Begrüßung für neue Kontakte aus einem bestimmten Formular oder ein Nachfass nach einer Veranstaltung.
Weniger geeignet sind Vorhaben, die gleich externe Datenquellen, Echtzeit-Signale oder mehrere Marken brauchen. Sie sind nicht falsch, aber als erster Schritt zu groß: Man lernt die Plattform nicht kennen, man kämpft mit ihr.
Drei typische Fehler beim Start
- Mit der Migration beginnen statt mit dem Nutzen. Alles auf einmal umzuziehen scheitert an gewachsenen Automationen und bindet Monate, bevor irgendetwas besser läuft.
- Die Datenbasis unterschätzen. Ohne eingerichtetes Data 360 und passende Credits bleibt es bei der Demo. Das ist der häufigste Stolperstein.
- Zwei Systeme ohne klare Zuständigkeit. Wenn nicht festgelegt ist, wer welche Kontakte anschreibt, bekommen Menschen doppelte Mails – oder gar keine.
Wann Abwarten die richtige Entscheidung ist
Nicht jedes Unternehmen sollte jetzt mit Next starten. Fehlt ein konkreter Anwendungsfall, sind die Daten nicht gepflegt oder ist die Einwilligungslage unklar, bringt ein Start vor allem Aufwand. Dann ist es klüger, Account Engagement gezielt zu verbessern und Next später mit einer besseren Grundlage anzugehen. Ein ehrliches „noch nicht“ ist ein gutes Ergebnis, kein Rückschritt.
So lässt sich das einordnen
- →Anwendungsfall und Voraussetzungen sind klar: direkt mit MC Next Start oder einer größeren Stufe beginnen.
- →Nutzen, Daten oder Lizenzweg sind offen: zuerst die MC Next Orientierung, bei mehreren Anwendungsfällen Zielbild & Roadmap.
- →Account Engagement selbst hakt: zuerst der Schnellcheck oder der vollständige Account-Engagement-Check.
Produktnamen, Editionen und Preise von Salesforce ändern sich regelmäßig. Dieser Beitrag gibt den Stand vom 22. Oktober 2026 wieder.